So verließen wir also die Casa Chueca ohne Kurt und Erika und machten uns über die Panamericana weiter in Richtung Süden. Die Kinder hörten Ihre CDs und wir kamen rasch voran. In Chillán, einer verhältnismäßig großen und geschäftigen Stadt, wurde Rast gemacht. Hier wollten wir die Feria Artesanal aufsuchen und zu Mittag essen.
Das Auto ließen wir in einer Tiefgarage unter dem Einkaufzentrum, dann standen wir im Zentral-Fleischermarkt der Stadt: Metzger und kleine Lokale, und überall hingen Bratwürste. Wir durchquerten die ganze kulinarische Pracht und überquerten eine viel befahrene Straße zur Feria. Hier gab es jede Menge Huaso-Tinnef wie Sättel Sporen und Taschenmesserholster aus Kuhleder, außerdem jede Mengte Zeug aus Peru und natürlich Plastik aus China.
Gleich dahinter war der Obst- und Gemüsemarkt. In Chile wächst offenbar alles, und wir kauften uns Himbeeren, Kirschen und Wundertee. Zurück in der Feria durften die Kinder sich etwas aussuchen: Carl bekam ein Portemonnaie und Luis eine Huaso-Tröte. Ich holte mir natürlich ein Huaso-Taschenmesserholster.
Danach ging es zurück in den Fleischmarkt. Die Kinder bettelten nach Wurst, die Wirte nach Kundschaft und so landeten wir bald in einem kleinen Lokal, in dem Britta einen Maiseintopf und die Jungs und ich uns Bratwurst servieren ließen. Diese Würste, Longanizas auf Spanisch, kann man sich wie Mettwürste vorstellen und sind hier stark gewürzt, vor allem mit Knoblauch.
Schließlich ging es weiter über die Autobahn bis Victoria durch die immer mehr mitteleuropäisch anmutenden Landschaft. Danach über die Landstraße in die Anden und in Curacautín entdeckten wir auch die ersten Geschäfte mit deutschen Namen. Auf dem Weg nach Malalcahuello machten wir einen kurzen Halt am Salto del Indio. Wir hatten die Wanderwege praktisch für uns alleine, rutschten und kletterten die Wege hinab und bewunderten das lautstarke Naturschauspiel.
Endlich waren wir dann in unserer nächsten Unterkunft, der "Suizandina", wo wir über Silvester bleiben wollten. Luis und Carl schlossen gleich Freundschaft mit zwei deutschen Zwillingsbrüdern, Till und Raimo, die mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder aus Constitución gekommen waren.
vor 15 Jahren
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