Dienstag, 29. Dezember 2009

Vierzehnter Tag: Ärger mit Landy

Heute morgen trafen wir Kurt und Erika wieder, sie waren gestern um halb zwölf doch noch angekommen: Auf der Autobahn zurück nach Talca hatte die Batterie des Landrover versagt und sie mussten sich zur Werkstatt schleppen lassen. Die konnten zwar die Batterie austauschen, dafür war die Wegfahrsperre aktiviert und nahm zu allem Überfluss den Code nicht an. Der Mechaniker setzte die alte Batterie wieder ein, wollte den Land Rover nicht nachts behalten und so musste dieser zu einem anderen Autohof geschleppt werden.

Kurt und Erika fanden dann zwar noch ein Abendessen, doch das Tor zur Casa Chueca war danach bereits verschlossen, so dass ihr Taxifahrer einen Nachbarn herausrufen musste.

Heute Vormittag fuhr Britta mit Kurt zum Autohof, während wir übrigen hier blieben; Luis und Carl hüpften mit Ava auf dem Trampolin und fütterten die Esel und Kaninchen. Dann waren Kurt und Britta zurück: Die Batterie tat's zwar aber nicht die Wegfahrsperre. Der Rezeptionist rief dann den Hauseigenen Automechaniker. Der meinte die Batterie sei zu schwach und empfahl, eine neue einzusetzen.

Also auf ins Einkaufszentrum, wo es zunächst Mittagessen gab. Britta und Kurt suchten nach einer Autobatterie, während Luis und Carl sich in einer Hüpfburg vergnügten. Doch auch die neue Autobatterie brachte nicht den gewünschten Erfolg, der Landy muss nach Santiago abgeschleppt werden.

Ausflugsboot-Flotte am Rio Claro

Zum Abendessen fuhren wir dann noch einmal an den Rio Claro, wo wir nach einer kurzen Bootstour mit der "Titanic II" zunächst Latino-Erholung machten: Tischfußball, Mote con Huesillos und Flucht vor lästigen Bremsen. Dann beschlossen wir, für das Abendessen am gegenüberliegenden Ufer einzukehren. Diesmal hatte die Gaststätte jedoch ein wenig zu viel Lokalkolorit und die Stimmung war ohnehin gedrückt.

Abschiedsessen bei reichlich Lokalkolorit

Für Erleichterung sorgte der Kellner, als wir bestellen wollten: "Wir hätten gerne die Karte"
"Haben wir nicht, ich erzähle Ihnen, was es gibt."
"Gibt es hier Wein?"
"Ja," (Grinsen) "Hauswein."
"Ist das Lomo Rindfleisch?"
"So eine Art."
Traurig nahmen wir abends Abschied, denn wir würden weiter in den Süden fahren, während Kurt und Erika nach Santiago zur einzigen Land Rover Vertragswerkstatt des Landes gebracht wurden. Merke: In Lateinamerika besser Japaner fahren, für die gibt's mehr Werkstätten!

Montag, 28. Dezember 2009

Dreizehnter Tag: Über Schotterpisten zu den Wasserfällen

Heute machten wir uns wieder im Konvoi auf den Weg zu den Wasserfällen von Siete Tazas. Hinter dem Ort Molino waren es eigentlich nur 40 km, doch hier gab es nur eine Schotterpiste und somit fuhren wir besonders langsam. Kurz vor dem Park mussten wir uns bei den Carabiñeros registrieren; Kurts Fahrzeugschein war dem Beamten nicht recht, bis wir ihm klarmachten, dass der Wagen ein deutsches Kennzeichen hat und es sich um einen deutschen Fahrzeugschein handelte.

Wir ließen nach einigen wenigen Kilometern übelster Piste die Autos vor dem Eingang zum Naturpark und machten uns zu Fuß auf dem Weg. Im Wald fanden wir eine kleine Vogelspinne und bunte Raupen. Dann der erste "Mirador": großartig stürzte das Wasser von einem Becken in der Schlucht in das nächste.

Die fette Spinne fand sich allgemein bewundert

Blick auf die Fälle

Mühsam stiegen die Kinder die Stufen und Felsen voran die Schlucht hinab, bis wir am Fluss waren. Erika und ich kletterten etwas weiter bis zum nächsten Gumpen. Hier waren deutlich die Forellen hinter den Steinen zu erkennen. Leider Angelverbot!

Carl und Opa beklettern die Flussfelsen

Auf der Rückfahrt hielten wir am beeindruckendsten der Wasserfälle: Der Velo de la Novia. Zurück in der Unterkunft gingen die Kinder, Britta und ich noch einmal zum Pool, um auf die Großeltern zu warten. Wo bleiben sie nur? Auch nach dem Abendessen sind sie noch nicht da.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Zwölfter Tag: Trödeln und Chilenische Dörfer

Erst spät kamen wir heute zum Frühstück, doch wir hatten ohnehin erst einmal nichts vor; der Anreisetag war zu anstrengend gewesen. So spielten Luis und Carl mit ihren Großeltern und jagten Eidechsen hinterher während die Eltern sich am Pool entspannten. Zwischendurch besorgten wir Mittagessen vom Supermarkt, dann lagen wir fast alle am Pool und schmiedeten Pläne. Ich versuchte den Fluss zu erkunden, kam aber mit meinen Sandalen nicht durch das Gestrüpp.

Luis und Carl vor der nächsten Entdeckungstour

Später setzten wir uns doch noch einmal ins Auto, um die Dörfer Yerbas Buenas und Villa Alegre zu besichtigen. In ersterem fanden wir den Ort fast leer, die Bewohner hatten sich am Fußballplatz eingefunden. Nur ein paar alte Männer blieben bei ihrem Rayuela-Club zurück. Sie erklärten uns bereitwillig das Spiel, das man grob als Hallen-Petanque beschreiben könnte. (Die Clubmitglieder hatten am Vortag gewonnen, und seitdem mit dem beliebten Tetra-Pack-Wein gefeiert...)

Also hier sind wir

In Villa Alegre ließen wir die Kinder auf der von Orangenbäumen umsäumten Plaza de Armas spielen, dann fuhren wir die Landstraße unter alten Bäumen und zwischen Weinfeldern in Richtung Abendessen am Ufer des Rio Claro. Auf dem Fluss fuhren kleine Boote, die man sich vom Ufer herbei winken konnte. Das Lokal war richtig volkstümlich und wir kamen uns vor wie echte Latinos.

Elfter Tag: Else schindet Eindruck

Und wieder ein Aufbruch: Unsere nächste Unterkunft lag in Talca, Fünf Autostunden entfernt. Britta und Erika fuhren mit den Kindern hintendrein, Kurt und ich würden vorfahren. Deshalb montierte ich unser Leitsystem (Else) an Kurts Windschutzscheibe. Wir fanden auch anstandslos den Weg zur Autobahn, um Santiago herum und zur Raststätte, die wir für das Mittagessen ausgesucht hatten.

Die Landschaft änderte sich zusehends: Von der Halbwüste bei Vallenar zur mediterranen Landschaft um Talca. Nach einem kleinen Durcheinander – wir hatten die Autobahn eine Ausfahrt früher verlassen als Else bestimmte – fanden wir auch unsere Bleibe für die nächsten vier Nächte: Casa Chueca. Endlich konnten Luis und Carl in einem Pool ihre Uboote ausprobieren und sie freundeten sich auch gleich mit Ava an, einer kleinen Amerikanerin die mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester angekommen war. Morgen werden wir es dann ruhiger angehen.

Zehnter Tag: wo bleiben nur die Großeltern?

An diesem Tag wachten alle spät auf und dennoch hatte noch kein Supermarkt geöffnet. Spiegeleier und die Reste vom Vortag schmeckten auf hungrigen Mägen jedoch hervorragend, dann erkundeten wir den Strand in der anderen Richtung. Luis und Carl entdeckten einen Schwarm Pelikane in der Lagune von Maitencillo, dann wollten sie für ihr Taschengeld Lollis kaufen. Ein Supermarkt hatte auch geöffnet und mit reicher Beute schlenderten wir zurück.

Pelikane über der Lagune

Das Mittagessen bestand wiederum aus Resten, dann Warten auf die Großeltern, die gegen Mittag eintrudeln wollten. Luis und Britta warteten am Strand während Carl mit seinen Weihnachtsgeschenken in der Unterkunft spielte und ich die Ruhe zum Lesen nutzte. Immer wieder funkten Britta und ich uns den Stand zu: Immer noch niemand da, kein Landrover zu sehen. Kaum waren Britta und Luis zurück, der aufgeregte Ruf: "Da sind sie!"

Alle stürzten sich nach unten, und aufgeregt feierten man Wiedersehen, tausende von Kilometern von Zuhause entfernt! Carl bekam sein ausstehendes Geschenk: auch ein Playmobil-Uboot. Leider konnte man diese noch nicht im Meer fahren lassen.

Begrüßungssaft am Strand

Nun konnten wir zum Abendessen endlich das Traumlokal nebenan, das "La Canasta" ausprobieren. Luis und Carl waren begeistert: So viele Winkel und Räume zum entdecken. Dann noch ein Spaziergang am Strand bei Sonnenuntergang: So kann Weihnachten auch sein.

Schach im Canasta

Neunter Tag: Heiligabend am Pazifik

Nun weiter zu unserer nächsten Unterkunft in Maitencillo, nördlich von Viña del Mar: Hier wollten wir Oma und Opa treffen und Heiligabend verbringen. Die Fahrt war recht ereignislos, bis auf eine Pinkelpause bei einem leeren Kontrollpunkt der Carabiñeros. Von der gegenüberliegenden Wache kam ein Beamter herüber geschlendert, erkundigte sich nach unserer Herkunft, ist das ein Mietwagen und könnte er unsere Papiere sehen. Dann gäbe es ein Problem: wir wären vor der letzten Mautstation zu schnell gefahren: 135 statt der erlaubten 120. Britta war tatsächlich sehr dynamisch fortgeschritten. Der Beamte wollte uns nach Ovalle weiter schicken, um die Strafe zu bezahlen. Das wäre ein großer Umweg und so fragten wir, ob wir nicht woanders dafür halten könnten. Schließlich beließ er es bei einer Verwarnung und wir fuhren von nun an brav auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achtend weiter.

In Maitencillo besuchten wir nach Bezug unserer Ferienwohnung -- den Cabañas San Pierre -- als erstes den Strand. Luis und Carl spielten Steine-in-die-Wellen-schnippen und plantschten natürlich ein paar mal ins Wasser. Nach Rückkehr in die Unterkunft machten wir uns sauber und fein für ein Restaurant. O Gott, in Deutschland ist es ja schon Abend! Schnell die Weihnachtsglückwünsche, bevor alle im Bett waren. Bernd und Sandra brachten wohl gerade die Kinder zu Bett, also auf Verdacht bei Emmi anrufen. Dann erreichten wir doch noch Bernd und Sandra: Minusgrade und weisse Weihnacht in Hamburg, während wir unseren Sonnenbrand pflegten.

Wasserspaß am Pazifikstrand

Nun die Suche nach einem Lokal für das Essen. Die Kinder maulten zwar, sie wollten endlich kochen: "schon wieder Restaurant, wir wollen hier essen." Doch schlieslich fügten sie sich. Das erste Restaurant, gerade neben unser Unterkunft und traumhaft von einem deutschen Schreiner gebaut und betrieben, hatte leider geschlossen. Das nächste leider auch. Und das nächste. Im dritten Lokal meinte der Wirt, wir würden wohl Pech haben: es sei Weihnachten und nirgends sei geöffnet.

Glückliche Kinderbescherung

Also versorgten wir uns in einem kleinen Supermarkt mit dem Nötigsten, sehr zur Freude von Luis und Carl. Zunächst einmal Bescherung. Die Kinder lugten kichernd aus ihrem Zimmer, während wir den Gabentisch vorbereiteten. Große Freude und Weihnachtsstimmung breiteten sich aus, als die Geschenke entpackt wurden. Doch wo blieben die Großeltern? Da kam die Wirtin mit dem Telefon. Am Apparat war Erika. Sie wären in La Serena und würden es wohl nicht mehr schaffen.

Mama kocht für ihre Hampelmännchen

Britta und ich kochten Nudeln mit Salami-Tomatensoße für die Kinder, für uns gab es Empanadas: Ein Festmahl.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Achter Tag: Delfine, Pinguine und Sonnenbrand

Riesenkrippe im Sommerlichen la Serena

In La Serena wollten wir den Tag nicht verbringen, also fuhren wir recht früh los in Richtung Punta de Choros für einen Tagesausflug. Nach zwei Stunden, teils hinter lahmen Sattelschleppern auf der Bergstraße, fanden wir schließlich die Abfahrt: Schotterpiste.

Langsam und eine Staubfahne hinter uns herziehend ging es durch die Wüste, über Stock und Stein und zwischen den Kakteen hindurch. Punta de Choros ist ein kleines Fischerörtchen, das ein paar Cabañas aufweist und ein Büro der Parkwächter. Die vorgelagerten Inseln sind nämlich Nationalpark und die Fischer verdienen sich ein bisschen Geld, indem sie Touristen dorthin fahren. Wir konnten mit ein paar Amerikanern, Chilenen und Engländern ein Boot füllen.

Luis und Carl war das Besteigen der schwankenden Nussschale ein wenig unheimlich, doch bald hatten sie sich sogar an den Seegang des Pazifik gewöhnt. Schon als wir uns der Isla Choros näherten, konnten wir einen Seelöwen neben uns sehen, wir er immer wieder auftauchte. Dann näherte sich das Boot einem Felsen voll dieser Tiere. Ein paar Bullen verteidigten die besten Plätze und die Jungtiere kauerten hoch oben neben ihren Müttern.

Eine Bucht weiter sahen wir dann unsere ersten Humboldt-Pinguine: Luis und Carl amüsierten sich köstlich über die drollig watschelnden Vögel. Dann weiter an der Insel entlang Kormorane bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: dem Kacken. Nun ja, so kommt Guano in die Welt.

Das größte jedoch wartete bei der Weiterfahrt zur Isla Damas auf uns: Delfine begleiteten das Boot, und die Kinder riefen immer wieder, "Delfin, Delfin!" Sogar ein Muttertier und ein Junges stießen ganz nahe am Boot aus dem Wasser.



Die Isla Damas, wo wir eine Stunde an Land gingen, fand dagegen weniger Anklang; kein Wunder bei dem Programm zuvor.

auf der Wilden Isla Damas

Zurück in La Serena schafften wir es dann endlich auch an den Strand: Es war, wie am Südpazifik üblich, recht windig. Dann der Schreck: obwohl es bei den Inseln bedeckt gewesen war, hatten Britta und die Kinder sich einen Sonnenbrand im Gesicht geholt. Nach dem Eincremen genehmigten wir uns einen Imbiss in einem Strandlokal, Luis und Carl erbettelten sich eine Viertelstunde auf Hüpfburgen und einem Trampolin.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Siebter Tag: Versuchtes Planschen in der Wüste

Bereits am Abend zuvor hatten Luis und Carl mit Alexandre und Nicolas, den Kindern einer deutsch-französichen Familie geschlossen, die seit zwei Jahren in Chile leben und ebenfalls in Pisco de Elqui Urlaub machten. Heute war Abreisetag für uns, und die Kinder konnten einfach nicht voneinander lassen. Vorher gaben uns die Eltern aber noch dem Tip, im Fluss Elqui oder Cochiguaz nach Badestellen zu suchen.

Kinderfreunde

Der erste Versuch, eine solche zu finden, endete mit einem Rückzug im Rückwärtsgang bergauf auf unbefestigter Piste. Am Cochiguaz fanden wir zwar den Campingplatz, an dem es die Badestellen geben sollte; doch es war niemand da, der uns diese weisen konnte. Nach kurzem Planschen gaben wir auch hier auf.

Hier könnte man zu baden versuchen

Dann die Weiterfahrt nach Vicuña. Endlich konnten Luis und Carl einmal die Elektroautos ausprobieren, die bereits in Santiago von Kindern durch die Parks gefahren wurden.

Mit Elektroquad über die Plaza


Nun sind wir endlich in unserer Unterkunft, dem Hostal el Punto in La Serena. In der Stadt gibt es sogar einen kleinen Weihnachtsmarkt; zwar ohne Glühwein, dafür bekamen die Kinder jeder einen Schokololli. Die Suche nach dem Strand gaben wir aber auf: Luis und Carl waren zu müde und ein Taxi war nicht zu kriegen. Morgen versuchen wir es noch einmal.

Montag, 21. Dezember 2009

Sechster Tag: Hoppe, hoppe Gäule

Am Abend zuvor hatten wir einen Reitausflug gebucht, der nun stattfinden sollte. Mit Lateinischer Gemächlichekteit hatte der Fahrer aber den Termin um eine Stunde verschoben. Dann fuhr er uns durch das Tal des Cochiguaz, einem Seitental des Elqui. Die Pferde waren schon gesattelt und nachdem wir freundlich von unserem jungen Führer Mario und seinem noch jüngeren Gehilfen Humberto empfangen worden waren, ging es am Fluss entlang Talaufwärts. Die Pferde trabten gemächlich über die Schotterwege -- meines besonders gemächlich.

Luis, der Huaso

Die Kinder machten sich wirklich besonders gut. Sie hatten gar keine Furcht und grinsten breit über ihre Gesichter, als hatten Sie nie etwas anderes getan. Am Zielpunkt angekommen erfrischten wir uns alle am Fluss.

kurzer Spaziergang durchs Gestrüpp

Unsere jungen Begleiter erklärten uns, im Fluss lebten Forellen, die sie mit Netzen fingen. Humberto sprang übermütig über die Felsen im Wasser, verlor das Gleichgewicht und landete im Fluss. Nachdem alle etwas getrunken und gegessen hatten ging es durch eine Furt wieder zurück.

Durch eine Furt des Cochiguaz

Fünfter Tag: Entspannung in der Oase

Gleich morgens nach dem Frühstück gingen wir auf Entdeckungtour; die Anlage gefällt den Kindern sehr: endlich ein Pool. Doch das Wasser war von der Nacht noch sehr kalt, nur Luis traute sich auf die Leiter und bis zur Gürtellinie ins Wasser. Später schauten wir uns das Örtchen an. Eine kleine Plaza vor der Kirche, rundherum ein paar Läden, dazwischen auch eine bescheidene Touristenfalle mit Nippesbuden.

Ladenstrasse in Pisco de Elqui

Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, in den die Kinder dann doch sprangen während die Eltern sich einen Pisco Sour gönnten. Anschließend wurde der Feigenbaum geplündert.

Luis im Paradies

Abends suchten wir recht früh nach einem Abendessen. Carl war sehr neugierig auf Cabrito Asado. Dann fuhren an unserem Lokal sämtliche Fahrzeuge des Ortes mit Kindern darin und auf den Ladeflächen vorbei. Der Wirt erklärte, es sei die Weihnachtsfeier des Kindergartens gewesen.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Vierter Tag: Durch Stock und Steine der Wüste

Nach einer schlecht durchschlafenen Nacht und einem schnellen Frühstück ging es weiter zum Valle del Encanto. Etwas abseits der Landstrassse in einem grünen Tal inmitten der Wüste fand man hier Steinmalereien. "Wo sind Sie her? Aus Deutschland? Olver Kahn! Michael Ballack!" begrüßte uns der Parkwächter. Wir fuhren einen steilen Abhang hinab, ließen den Wagen im Schatten eines Eukalyptusbaumes zurück und machten uns an die Kletterei.

Unser Terrano im Valle del Encanto

"Da! Ein Fuchs!" Doch ausser Britta hatte ihn niemand mehr gesehen.

Rasch fanden wir die Bilder, die in den Stein geritzt worden waren. Eines sah aus wie ein Kaninchen -- von dessen Nacfahren wir auch einige sahen. An einigen Stellen waren Runde, Grapefruitgrosse Löcher in den Bodenfels gebohrt. Der Parkwächter am Eingang hatte uns erzählt, dass diese zum Stampfen des Getreides gebraucht worden waren.

Das Ur-Kaninchen

Weltraumfahrer mit Urban

Danach fuhren wir nach Ovalle, wo wir Mittag essen wollten. Dort wurde gerade ein Enduro-Rennen veranstaltet, zur grossen Freude der Kinder. Unter Dauerbeschallung eines Sprechers sammelten sich die Fahrer auf dem Hauptplatz und starteten mit lautem Getöse ihre Maschinen. Nachdem wir uns versorgt hatten, verfransten wir uns kurz; doch dann ging es in die Berge der Wüste.

Blick auf Vicuña im Tal des Elquí

"Na, das geht doch noch," bemerkte Britta. "Hier ist ja noch alles asphaltiert. Ich hatte in einem Blog von zwei Amerikanern gelesen, diese wären aus Alaska und kannten viele schlechte Straßen, doch diese sei angeblich die übelste gewesen." Die Straßen wurden aber zusehends enger und schlechter, bis hinter Rio Hurtado die Piste nur aus mehr oder weniger fest gefahrenem Geröll bestand. Doch auch hier bewährte sich "Offroad Britta" und schließlich erreichten wir den Pass in Tal des Elquí. Verstaubt -- sogar durch das verschlossene Verdeck der Ladefläche war der Staub gedrungen -- und Müde erreichten wir unsere Unterkunft El Tesoro de Elqui in Pisco de Elqui.

Endlich angekommen

Dritter Tag: von Santiago nach Los Vilos

Nachdem wir unsere Kutsche für die nächsten Wochen in Empfang genommen und den Navi installiert hatten, ging es in den Santiaguinischen Hauptstadtverkehr! Stop and go, unklare Abbiegeregeln, dann waren wir endlich auf der Autobahn. Die Kinder hörten ihre Adventgeschenke (CDs von den Wilden Kerlen und Sterben Mit Winnetou).

Dann endlich der Pazifik! "Fahr immer geradeaus und dann ins Meer!" forderten die Kinder. In Pichidanguy fanden wir ein nettes kleines Lokal mit Seeblick Namens "Nautiluz", beobachteten die Pelikane auf der Hafenmole und beschlossen, gleich nach dem Essen zum Strand hinab zu steigen.

Boote in der Bucht von Pichidanguy

Die Kinder liefen und buddelten, und fanden sogar ein paar Peso-Münzen im Sand! Wie die da wohl hinkamen! Ein Piratenschatz, vielleicht?

Schatzsucher

Dann begingen wir den Fehler des Tages, indem wir statt in diesem netten Örtchen zu bleiben nach Los Vios weiterzogen. Die Unterkunft, die Cabañas Mar y Sol, war zwar knuffig, doch das war auch das einzig Gewinnende an diesem Ort. Eine eingestürzte Mole, ein baufälliger Spielplatz; Morgen wollen wir so früh wie möglich weiter.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

zweiter Tag: Cerro San Cristóbal

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Taxi zum Cerro San Cristóbal. Mit der Standseilbahn ging es bis kurz unter den 880 m üNN gelegenen Gipfel. Luis und Carl bewunderten den Blick auf die Stadt und bekamen einen Riesenschreck, als die Sprinkleranlagen eingeschaltet wurden. Die Hängeseilbahn, die wir eigentlich nehmen wollten, war leider kaputt.

Auf dem Cerro Sab cristóbal

Nach einer kurzen Pause traten wir den Weg zu Fuß entlang des Hügels an, um zu einem Schwimmbad und Spielplatz zu gelangen. Nach drei Kilometern sah das Bad zwar einladend aus, doch der Hunger meldete sich und nach Empanadas, Pizza und vier Softdrinks in allen Farben des Regenbogens beschlossen wir, lieber den Spielplatz zu besuchen.

Vielleicht vor der Rückreise

Hier waren uralte Dampfwalzen (Baujahr 1923) zu beklettern, an denen alle drei Männer ihren Spaß hatten.

Klettern auf den Dampfwalzen

Das Idyll währte jedoch nicht lange; eine Klasse von siebenjähriger Mädchen hatte die zwei rothaarigen Jungs entdeckt, und belagerten uns mit Fragen und Freundschaftsangeboten. Recht bald war Luis und Carls Grenze erreicht, und sie ergriffen vor den Besitz ergreifenden jungen Damen die Flucht.

Mama hilf

Doch besonders einer jungen Dame namens Melanie hatten es die beiden angetan und sie schaffte es durch reine Hartnäckigkeit, dass sie schließlich ihre Fluchtversuche aufgaben und zusammen auf der Rutsche spielten.

Schließlich ging es dann doch

Den Rest des Tages verbrachten wir am Mercado Central mit seinen Fischstaenden und der Plaza de las Armas, dem absoluten Zentrum - wenig historische Bausubstanz, aber jede Menge Latino-Metropolenflair: Verkleidete Nikoläuse mit Lamas, Fotografen mit Plüsch-Pferden, Wahrsager und Treuekraut und andere Wundermittel verkaufende fliegende Händler, Läden mit Namen wie "Der Olymp der Geburtstagsfeiern". Nur mit Mühe waren Luis und Carl von den Schachspielern in der Mitte des Platzes los zu kriegen .

Schachkiebitze

Morgen holen wir uns den Mietwagen, und das Abenteuer geht ernsthaft los.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Erster Tag: Akklimatisierung

Heute kamen wir in Santiago an; ich habe fast den Eindruck, Luis und Carl haben die Flüge besser überstanden als wir. Sie spielen auf der Hängematte im Hof unserer Unterkunft Piraten; hoffentlich halten die Palmen das aus. Mittag aßen wir in einem Ecuadorianischen Lokal im Viertel Providencia; hier gibt es kleine Privatschulen, Kindergärten und einen grosszügigen Park, den wir vielleicht später noch einmal erkunden wollen.

Klettern im Park

Während wir seit langem wieder Latino-Küche genossen (frittierte Yuca, hmm) kehrten vor unserem Tisch die Studenten vom Café zu den Seminaren zurück, ein Pferdewagen trottete vorbei und ein Polizeiwagen fuhr zur Mordkommission.

Piraten ahoi

Morgen schlafen wir den Jetlag aus und entdecken dann ernsthaft die Stadt.

Planen für den nächsten Tag