Den Weg zu unserer nächsten Unterkunft am Rio Tolten wollten wir über den Naturpark Conguillio nehmen. Wir nahmen also Abschied vom Team und den Lamas der Suizandina und fuhren zunächst nach Curacautín, um uns mit Proviant zu versorgen und zu Hause anzurufen. Dann ging es mit mit Else an der Windschutzscheibe und Ritter Rost aus den Lautsprechern wieder auf die Piste.
Immer näher rückte der Vulkan Llaima und schon bald gerieten wir auf das erste Aschenfeld. Dummerweise waren genau hier auch ein paar Radfahrer auf der Piste unterwegs, an denen wir uns vorbei drängeln mussten – immer mit der Sorge, mit unserem Zweiradangetriebenen Wagen im Sand stecken zu bleiben. Dann standen wir an der Schranke zum Naturpark, an der irgendein Witzbold die Vulkangefahr-Warnung auf "exessivo" gestellt hatte.
Wenig später machten wir Rast an einem kleinen See. Luis und Carl spazierten mit mir am Ufer entlang zu einer kleinen hölzernen Plattform, von der aus man tief in das klare Wasser blicken konnte. Die nächste Pause am Lago Conguillo war länger, so dass die Kinder im Wasser planschen konnten. Bald hatten sie auch Bekanntschaft mit den Jungs einer anderen deutschen Familie geschlossen.
Auf der Weiterfahrt nach Süden und bergab wurde die schon ziemlich schlechte Piste noch schrecklicher. Zu allem Überfluss stießen wir nun auf Ausflügler, die von der anderen Richtung kamen; unter anderem auf eine Chlienische Mama mit ihren Töchtern, die sich notdürftig an den Rand stellte und uns munter gestikulierte, wir sollten doch bitte in den Schwerelosgang schalten und senkrecht am Straßenrand an ihr vorbeifahren, das würde schon gehen. Erst als wir uns hartnäckig weigerten und sie einsah, dass sie so nicht weiter kam, setzte sie umständlich den Berg hinab zurück, bis wir genügend Platz hatten.
Auf der weiteren Fahrt führte die Piste durch Lavafelder, die deutlich jüngeren Alters waren, vermutlich von den Ausbrüchen 2007 oder 2008. Dann hatten wir den Nationalpark auch wieder hinter uns. Unser spätes Mittagessen nahmen wir im Örtchen Melipeuco südlich des Llaima, in einem Lokal mit dem Namen "El Vocán" – für diesen Namen hatten die Besitzer wohl nicht sehr lange nachdenken müssen.
Den Rest des Tages waren wir dann auf den Pisten der Ruta Interlagos unterwegs. Zwischen der Mitteleuropäisch anmutenden Landschaft kamen wir uns vor wie in der Eifel. Als wir schließlich in unserer Unterkunft Dos Rios angekommen waren, freuten sich die Kinder über die Wiese mit dem Trampolin, einer Seilbahn, den Lamas – und Christian, dem jüngsten Sohn der Gampers, unserer Wirte.
Ich beschloss, in Begleitung der Hunde Kati und Chica den Fluss Tolten aufzusuchen. Die Dunkelheit brach jedoch sehr rasch ein, so dass ich bald wieder umkehrte – und Kurt und Erika begrüßte, die wieder zu uns aufgeholt hatten und vom Abendessen in Villarica zurückkehrten.
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